Da unser “b & b Erika“
nur ein „b“ ist, frühstückten wir in einer kleinen Bar mit Einheimischen
Zusammen. So ein Frühstück bietet ein wenig Gelegenheit Leute zu beobachten.
Wie sie in das Lokal kommen, man begrüßt sich, weil man sich jeden Morgen
sieht, trinkt seinen Kaffee, wechselt ein paar Worte über die Sportereignisse,
legt das Geld auf den Tresen und geht zu seinem Tagesgeschäft.
Wir hatten gut ausgeschlafen
und unser Tagesgeschäft bestand im Besichtigen der Arena von Verona, dem
drittgrößten noch erhaltenen Amphitheater (22.000 Menschen passen immer noch
hinein obwohl viele Steine abgebrochen sind) und natürlich im Shoppen. In der
Via Mazzini konnte Lena endlich ihr Geld in ein paar schicke Sachen anlegen.
Verona gefällt uns sehr gut.
Der mediterane Charme ist hier bereits mit etwas Alpenländischem verbunden. Bestimmt
macht das auch die Etsch aus, die sich zu dieser Jahreszeit bemüht schnell
durch die Stadt zu fließen. Ihre Schmelzwasser wollen kein Unheil anrichten. Veronas
kleine Gassen und die alten Gemäuer laden zum Schlendern ein. Die
Natursteinmauern und überwiegend gelb-, ocker- oder erdorangenen Anstriche,
werden hübsch durch Balkone verziert. Prächtige Blumenkästen laden den Blick
zum Verweilen ein. Zu Recht ist die Altstadt Weltkulturerbe.
Bei der Besichtigung des Amphitheaters
kamen wir am Ticketschalter für das Musical „Romeo und Julia“ vorbei. Es gab
tatsächlich noch Karten. Wir griffen zu. Abends saßen wir eine Stunde vor
Beginn ganz oben auf den Steinstufen und erwarteten das Festspiel. Wir hatten
uns kleine Snacks, Cola und Wein mitgenommen. So wurde die Zeit bis zum Start
um 21:30 nicht so lang. Unterm Sternenzelt, in einer fast 2000 Jahre alten
Arena zu sitzen und einem modernen Musical zu lauschen bleibt bestimmt in guter
Erinnerung. Lena hatte das Stück schon einmal gelesen und so konnte sie mir
lebhaft erzählen worum es ging. Das Bühnenbild, die Kostüme und einige
Stimmen waren gut. Manchmal verdarb die elektronische Verstärkung nach unserem
Geschmack den schönen Gesang. Die Kombination von „auf alt getrimmten Kostümen“
und flotter, moderner Musik gefiel uns nicht immer. Es war ein schönes
Erlebnis.
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