Sonntag, 25. Mai 2014

Verona unsere "Kulturhauptstadt"


Da unser “b & b Erika“ nur ein „b“ ist, frühstückten wir in einer kleinen Bar mit Einheimischen Zusammen. So ein Frühstück bietet ein wenig Gelegenheit Leute zu beobachten. Wie sie in das Lokal kommen, man begrüßt sich, weil man sich jeden Morgen sieht, trinkt seinen Kaffee, wechselt ein paar Worte über die Sportereignisse, legt das Geld auf den Tresen und geht zu seinem Tagesgeschäft.
Wir hatten gut ausgeschlafen und unser Tagesgeschäft bestand im Besichtigen der Arena von Verona, dem drittgrößten noch erhaltenen Amphitheater (22.000 Menschen passen immer noch hinein obwohl viele Steine abgebrochen sind) und natürlich im Shoppen. In der Via Mazzini konnte Lena endlich ihr Geld in ein paar schicke Sachen anlegen.
Verona gefällt uns sehr gut. Der mediterane Charme ist hier bereits mit etwas Alpenländischem verbunden. Bestimmt macht das auch die Etsch aus, die sich zu dieser Jahreszeit bemüht schnell durch die Stadt zu fließen. Ihre Schmelzwasser wollen kein Unheil anrichten. Veronas kleine Gassen und die alten Gemäuer laden zum Schlendern ein. Die Natursteinmauern und überwiegend gelb-, ocker- oder erdorangenen Anstriche, werden hübsch durch Balkone verziert. Prächtige Blumenkästen laden den Blick zum Verweilen ein. Zu Recht ist die Altstadt Weltkulturerbe.

Bei der Besichtigung des Amphitheaters kamen wir am Ticketschalter für das Musical „Romeo und Julia“ vorbei. Es gab tatsächlich noch Karten. Wir griffen zu. Abends saßen wir eine Stunde vor Beginn ganz oben auf den Steinstufen und erwarteten das Festspiel. Wir hatten uns kleine Snacks, Cola und Wein mitgenommen. So wurde die Zeit bis zum Start um 21:30 nicht so lang. Unterm Sternenzelt, in einer fast 2000 Jahre alten Arena zu sitzen und einem modernen Musical zu lauschen bleibt bestimmt in guter Erinnerung. Lena hatte das Stück schon einmal gelesen und so konnte sie mir lebhaft erzählen worum es ging. Das Bühnenbild, die Kostüme und einige Stimmen waren gut. Manchmal verdarb die elektronische Verstärkung nach unserem Geschmack den schönen Gesang. Die Kombination von „auf alt getrimmten Kostümen“ und flotter, moderner Musik gefiel uns nicht immer. Es war ein schönes Erlebnis.

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