Dienstag, 17. Juni 2014

Daheim

....wir sind wieder in Berlin!
Von Beelitz, wo der Spargel wächst, bis nach Berlin ist es nur noch ein "Katzensprung" gewesen. Wir nahmen natürlich die B 2. Die 2 kg Spargel im Gepäck machten sich am Schäferberg kaum bemerkbar und Lena fragte, ob der Berg in der Zwischenzeit abgetragen worden sei. Nach fast sechs Wochen ist man eben gut trainiert.

Zu Hause wurden wir mit "Großem Bahnhof" empfangen. Freunde, Nachbarn und natürlich Sabine empfingen uns. Der Jubel beim Sieg der deutschen Fußballmannschaft nach ihrem ersten Spiel war Nichts dagegen.

Nun heißt es Räder warten, Wäsche waschen... wieder einleben. Die vielen Erlebnisse brauchen Zeit, damit sie sich in unser Leben einordnen können.

Es war eine schöne Reise. Uns ist nichts passiert, die Räder TX 400 von der Fahrradmanufaktur hielten wunderbar durch, meinen Rohloffnabe ist nach wie vor eine überaus praktische Schaltung. 

Wir danken allen, die uns unterstützten in dem sie unsere Berichte lasen und uns per email Nachrichten schickten. Ganz besonders danken wir Sabine. Sie hatte immer Vertrauen darin, dass wir die Reise schaffen würden - und sie hat uns die Möglichkeit gegeben zu radeln.

Am letzten Tag radelten wir rd. 45 km.

Insgesamt haben wir 1933 km in 38 Tagen zurückgelegt.

Wer nähere Informationen zur Reiseroute etc. haben möchte, kann uns gerne schreiben.




Sonntag, 15. Juni 2014

Gleich daheim

Westlich neben Löbnitz liegen drei große Seen. Es sind geflutete Tagebaugruben. Der Muldestausee ist einer davon. Wir fahren zwischen ihm und dem Großen Goitzsche See Richtung Gräfenhainisch. Paul Gerhard wurde dort geboren. Ansonsten lebte die Stadt seit der Industrialisierung von der Druckerei und dem Braunkohletagebau. Davon zeugen interessante Wohnsiedlungen.
Auf dem Weg dorthin wählte ich einen verschlungenen Radweg, der sich durch dichten Wald schlängelte. Hübsch zu fahren, leider nicht so schnell.
Ab Gräfenhainich geht es auf dem Europaradweg 3 weiter. Wir befahren ihn bis Wittenberg. Ein gemütlich zu fahrender Radweg mit unterschiedlichen Belägen.
Wittenberg empfängt uns mit „Luthers Hochzeit.“ Viel Volk in alter Tracht ist unterwegs – ein Mittelalterfest. „Himmel und Menschen“ sind unterwegs. Mit unseren Rädern kommen wir kaum schiebend durch die Menge. Unser Zeitplan lässt kein langes Verweilen zu und so geht die Fahrt nach einem Kaffee weiter.

Lenas Vorschlag folgend nutzen wir wieder die B 2. Sie lässt sich erstaunlich gut fahren. Über weite Teile begleitet sie ein Radweg. Weite Spargelfelder kündigen rechtzeitig unser Tagesziel Beelitz an. Auch hier haben wir Glück, schnell finden wir eine Pension.
Heutige Tagesstrecke 109 km, Fahrtzeit 6:56 Std., durchschnittliche Geschwindigkeit 15,5 km/h.

Morgen ist unser letzter Tag!

Dem Ende entgegen…

 Wir verlassen Zeitz in Richtung Norden und sind bald wieder auf dem „Elster-Radweg.“ Er bewegt sich durch die Flussniederung. Schäden vom Hochwasser 2013 sind nur noch sporadisch zu sehen. An einigen Stellen sind Deichteile und damit auch Stellen des Radweges erneuert worden. Der Belag wechselt von Wassergebundener Decke, zu glattem Asphalt hin zu sehr schottrigem Feldweg. Die schöne Natur gleicht aber alles aus.
Der Winterweizen ist schon sehr weit. Er hat fast sein Grün verloren und duftet nach frischem Stroh. An einer Stelle wird der Weg aus unerfindlichen Gründen zum „Feldpfad.“ Zu guter Letzt schlängelt er sich durch ein Rapsfeld. Der Fluss hat ein Stück des Weges mit sich gerissen. Erst am Ende des Pfades steht eine Bake, die den Weg sperrt. Leider fehlte der Hinweis auf die notwendige Umfahrung.
Vor Leipzig, bei Zwenkau, führt der Weg am ehemaligen Braunkohletagebau vorbei. Die Grube ist in Flutung und soll einmal ein schöner See werden. Der nördlich dahinter liegenden Cospudener See zeigt ganz schön, wie es werden könnte.
In Leipzig verweilen wir vor dem Alten Rathaus. Auf dem Platz findet ein Bach-Fest statt. Moderne Musik wird mit Bach verbunden. Nach Leipzig befahren wir den Berlin-Leipzig-Radweg bis Schönwölkau. Auf ruhigen Nebenstraßen radeln wir zwischen Kirschbäumen dahin. Der aufdringliche Duft der Rapsfelder begleitet uns dabei. Das Wetter weiß nicht so recht was es will, bleibt aber überwiegend trocken.
In Schönwölkau biegen wir in Richtung Löbnitz ab. Dort finden wir eine Pension, in der wir freundlich aufgenommen werden. Bei Bier und Cola verspeisen wir unser Picknick, schauen noch ein wenig WM und fallen müde ins Bett.


Ges. Km 7843Km Wir fuhren 90,11 km in 5,52 Std., die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 15,3 km/h. Ganz schön.

Freitag, 13. Juni 2014

Es geht voran…

Die Nacht endete recht früh. Ab fünf Uhr weckte uns Fahrzeuglärm. Es schien, als würden die Autos direkt durch unser Bett brausen. Das brachte uns früher als mit dem Wirt abgestimmt an den Frühstückstisch. Er schaffte trotzdem ein ordentliches Frühstück auf den Tisch. Gut gestärkt konnten wir unsere Tagesetappe starten.

Die B 2 Richtung Berlin verlief gleich hinter dem Hotel und begann mit einer kurzen aber kräftigen Steigung. Bis Braunsdorf bei Triptis folgten wir ihr. Weil sie einige Kilometer weiter für Radfahrer/innen gesperrt ist, bogen wir in eine Nebenstraße ab. Gemütlich nebeneinander herfahrend erreichten wir bei Großebersdorf wieder die „wunderschöne“ B 2. Es ging heut merklich sanfter zu. Unser Streckenschnitt lag deutlich bei 15 km/h. Vielleicht lag es ja auch der Thüringer Rostbratwurst, die wir an einem Imbiss aßen. Gegen Mittag erreichten wir Gera. In der Mitte der Stadt gibt es sog. Einkaufsarkaden. Nach meinem Eindruck unterscheiden sie sich lediglich durch Aufteilung und Winkel der Geschäftsgassen, von anderen Einkaufszentren in anderen ehemaligen DDR Städten. Handyläden, Apotheke, Märkte und natürlich ein Selbstbedienungsbäcker – Café. Wir verweilten in Mitten der Einheimischen unter den Schirmen des Cafès. Unsere Unterhaltung drehte sich um die Soziologie der Arbeitslosigkeit und der Bedeutung einer Aufgabe im Leben.

Schöner ging es auf dem Elster Radweg weiter. Es ist eine Weingegend (Saale-Unstrut) und manchen Ort ziert ein beträchtlicher Weinberg. In Zeitz war unser Ziel erreicht. Wir nächtigen gleich neben dem Lutherhaus und ein kleines Stück weiter wohnte einst die Gattin des Herrn Bach. Ansonsten zeichnet die Stadt eine riesige „Süd-Zuckerfabrik“ aus. Der Betrieb hat wohl dazu beigetragen, dass wenigsten einige Häuser aufgehübscht sind und die „Sparkasse“ sich mit einem großen Zentrum präsentieren kann.



Unsere Tagesstrecke betrug 78,5 km, die wir in 4:48 Stunden „abradelten.“ Insgesamt waren wir 6:20 Std. unterwegs. Wir hatten gutes Wetter obwohl uns der Wind teilweise heftig ins Gesicht blies.

Ostthüringen ist nicht flach

Von Zell aus wollten wir an der sächsischen Saale entlang nach Schleitz radeln. Irgendwie verpassten wir wieder einmal einen Abzweig (oder die Karte ist schlecht) und landeten in Münchberg. Der Umweg brachte uns zusätzliche 6 km ein. Ab Schwarzenbach an der Saale fanden wir den Radweg wieder und erreichten auf ordentlichem Radweg Hof.



Die Betrachtung der Altstadt von Hof verlief gemütlich. Die Fußgängerzone erinnert an Bekanntes. In einem Café beratschlagten wir über die weitere Route. Auf der Karte fiel uns die B 2 ins Auge. Sie führt fast direkt nach Berlin. Nach kleinen Plaudereien mit Einheimischen, die sich als Kenner der Radwege herausstellten, beschlossen wir, unseren Weg nach Schleitz auf der B 2 fortzusetzen. Der Saaleradweg wird als überwiegend hügelig beschrieben, mit vielen „Raufs und Runters,“ landschaftlich jedoch sehr schön. Für Lena war klar: B 2! Da gab es kein Zurück. Die letzten 28 km überholten uns regelmäßig Autos und Lastwagen (welche die Maut umgehen wollten!?). Die Steigungen sind auf den Bundesstraßen langgestreckt und manchmal nicht ohne. Oft wird der 1. Gang bemüht. Bei gleichmäßigem Tritt schafft man so ca. 5-6,5 km/h. Wichtig ist dabei, die sog. Mitte zu halten. Gleichmäßige Atmung und ein rhythmischer Tritt helfen, sich vom Winddruck vorbeirauschender LKW’s nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Schön, wenn auch nicht unbedingt entspannend sind die Abfahrten. Mit 53 „Sachen“ in die Kurve, hinter uns brummt der nächste LKW. Solche Talfahrten haben unseren Schnitt immer wieder ein wenig verbessert. Überhaupt, je mehr wir in Richtung Schleitz kamen, um so höher wurde das Durchschnittstempo. Es wird ganz langsamer flacher.
Schleitz erscheint als eine kleine etwas grau wirkende Stadt. Die Verkäuferin im Sportgeschäft half uns ausgesprochen herzlich, eine Übernachtung zu finden. Im Hotel „Zu den drei Schwänen“ fanden wir dank ihrer Hilfe ein Bett. Das Hotel mit Gaststätte wirkt wie aus einer anderen Zeit. Die Gaststube mit dem Kachelofen und der Holzvertäfelung wirkt wunderbar altmodisch. Das „Schlafzimmer“ erinnert mit seinem DDR Mobiliar an Vergangenes. Das Bad ist auf neuem Stand und eine heiße Dusche entschädigt für ganz viel.
Tagesstrecke 65,82 km, Fahrzeit 4:34, Gesamtzeit 7:36 (die Differenz war Pause) unser Schnitt betrug 8,6 km/h.

Ganz ordentlich aßen wir im Café Riedel. Die Bedienung erklärte uns, dass wir im zeitältesten Café Deutschlands eine Rinderroulade, mit Rotkraut und Knödel serviert bekommen hatten. 

Das Fichtelgebirge ist „höher“ als die Alpen

Endlich wieder eine Internetverbindung...

Im Hotel-Garni-Rosenhof bei Pegnitz gab es abends noch eine Riesencurrywurst mit Pommes. Die Wirtin hatte ein Nachsehen mit uns und brachte uns diese Berliner Spezialität auf den Tisch. Verbunden mit dem ordentlichen Frühstück konnten wir den Radweg entlang des Roten Main antreten. Neuer Asphalt lässt sich wunderbar fahren, selbst wenn es immer ein wenig bergauf geht. Über Creussen gelangten wir so nach Bayreuth. Auf dem weiten Marktplatz fand Lena die gesuchte Drogerie und ich ein nettes Café. Bayreuth ist von Industrie und Mittelstand umzingelt. Da Berlin inzwischen eine hohe Anziehungskraft hat, legen wir auf Stadtbesichtigungen keinen gesteigerten Wert.

Wir suchten die Ausfahrt Richtung Bad Berneck, die uns auf die Bundesstraße 2 brachte. Ihr folgten wir stetig bergauf. Zum Glück gibt es einen 1. Gang. Mit ihm kurbelten wir uns stetig bergauf. Diese Tendenz verließ uns bis zum Abend nicht mehr.
Ab Bad Berneck folgten wir dem Weißen Main. Ein wunderschöner asphaltierter Radweg begleitet ihn. Der Weiße Main springt seinen Weg vergnüglich hinab, der Radweg zieht gemächlich der Quelle entgegen. Die Geschwindigkeit pegelte sich zwischen 7 und 9 km/h ein. So blieb viel Zeit, dem Fluss zu zuschauen. Erstaunlich war ein Schneerest, der im dunklen Tann gegen die Hitze ankämpfte.

Vor Bischofsgrün zweigt der Saaleradweg Richtung Norden ab. Zwölf Prozent Steigung waren hier zu bewältigen. Wir schoben emsig 15 Minuten den Berg hoch. In der Sauna schwitze ich nicht weniger. Nach der Karte war der höchste Punkt bei ca.720 m erreicht. Von da an ging es nach Gefrees hurtig bergab, die Spitzengeschwindigkeit war bei 51,45 km/h erreicht, was besonders Lena große Freude bereitete. „Denn ein Gefälle von 12% herunter zu brettern ist einfach das wahre!“ (Zitat Lena)
Das Fichtelgebirge ist eine Urlaubsgegend meiner Großmutter. Sie erzählte bereits Anfang der 50‘ Jahre von ihren schönen Reisen. Auch mir gefällt die weite eher hügelige Landschaft. Weite Felder und Wiesen erfreuen das Auge mit ihrem frühsommerlichen Grün. Fichtenwälder dehnen sich bis zum Horizont aus. Zwischendurch drohte von ferne ein Gewitter. Wir legten eine Pause ein und ließen es links liegen. Ein paar dicke Tropfen schickte es uns aber doch noch vorbei.

Nun sitzen wir nach 67,8 Kilometern, einer Fahrzeit von 4:58 Stunden und einer Gesamtzeit von 6:24 im Biergartenn vom „Roten Ross.“ Leider kamen wir nur auf einen Schnitt von 10,6 km/Stunde, angesichts der Berge aber doch ganz gut.

Dienstag, 10. Juni 2014

Wer die Steigung liebt, der schiebt

 Ein wunderschöner Sommertag erwartete uns am Morgen. Lena war bereit, um sieben Uhr aufzustehen. Wir konnten gegen acht Uhr starten. Die Sonne stach schon heftig auf die Erde runter.
 Der Pegnitz – Laber – Radweg lud uns zu Weiterfahrt ein. Wir folgten ihm bis Hersbruck. Wir dückten uns in jeden Schatten aber selbst dort war die Temperatur zur Höchstform aufgelaufen. Ein Thermometer an einer Hauswand zeigte 34 °. In Hersbruck verschnauften wir bei Kaffee und Kuchen. –von dort erreichten wir den Pegnitztalradweg. Er versprach kühlen Schatten. Leider erwies sich die Ankündigung als unzutreffend. Viele Streckenteile lagen in der Sonne und wechselten mit kräftigen Steigungen ab. Der Radweg selbst ist verläuft neben der Pegnitz. Libellen schrauben sich an Flusslauf entlang. Besonders auffällig waren die Blauen.
Manchmal schlängelt sich die Pegnitz durch Engstellen. Kleine Felswände recken sich empor. An weiten Stellen fließt sie langsam und wir konnten Fische im Wasser entdecken. Irgendwann im Norden, fuhren wir auf dem Pegnitzradweg weiter. Er führt bis nach Pegnitz, unserem heutigen Etappenziel. Der Weg führt überwiegend durch ein Waldgebiet. Stellenweise hat die Pegnitz ein Auengebiet geschaffen. Erlen stehen im trüben Wasser. Es ist immer noch so heiß, dass sich nur dicke Fliegen und Pferdebremsen um uns scharren, wenn wir halten. Auch hier bereiten uns heftige Steigungen auf dem Schotterweg Anstrengungen. Letztlich haben wir alles gut durchgeschwitzt geschafft. In Pegnitz war der Gasthof ausgebucht und so mussten wir noch bis Rosenhof radeln.


In 5:22 Std. schafften wir 81,3 km, wobei die höchste Geschwindigkeit 53,4 km/h betrug.