Von Zell aus wollten wir an der sächsischen Saale
entlang nach Schleitz radeln. Irgendwie verpassten wir wieder einmal einen
Abzweig (oder die Karte ist schlecht) und landeten in Münchberg. Der Umweg
brachte uns zusätzliche 6 km ein. Ab Schwarzenbach an der Saale fanden wir den
Radweg wieder und erreichten auf ordentlichem Radweg Hof.
Die Betrachtung der Altstadt von Hof verlief gemütlich.
Die Fußgängerzone erinnert an Bekanntes. In einem Café beratschlagten wir über
die weitere Route. Auf der Karte fiel uns die B 2 ins Auge. Sie führt fast
direkt nach Berlin. Nach kleinen Plaudereien mit Einheimischen, die sich als
Kenner der Radwege herausstellten, beschlossen wir, unseren Weg nach Schleitz
auf der B 2 fortzusetzen. Der Saaleradweg wird als überwiegend hügelig
beschrieben, mit vielen „Raufs und Runters,“ landschaftlich jedoch sehr schön.
Für Lena war klar: B 2! Da gab es kein Zurück. Die letzten 28 km überholten uns
regelmäßig Autos und Lastwagen (welche die Maut umgehen wollten!?). Die
Steigungen sind auf den Bundesstraßen langgestreckt und manchmal nicht ohne.
Oft wird der 1. Gang bemüht. Bei gleichmäßigem Tritt schafft man so ca. 5-6,5
km/h. Wichtig ist dabei, die sog. Mitte zu halten. Gleichmäßige Atmung und ein
rhythmischer Tritt helfen, sich vom Winddruck vorbeirauschender LKW’s nicht aus
dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Schön, wenn auch nicht unbedingt
entspannend sind die Abfahrten. Mit 53 „Sachen“ in die Kurve, hinter uns brummt
der nächste LKW. Solche Talfahrten haben unseren Schnitt immer wieder ein wenig
verbessert. Überhaupt, je mehr wir in Richtung Schleitz kamen, um so höher
wurde das Durchschnittstempo. Es wird ganz langsamer flacher.
Schleitz erscheint als eine kleine etwas grau wirkende
Stadt. Die Verkäuferin im Sportgeschäft half uns ausgesprochen herzlich, eine
Übernachtung zu finden. Im Hotel „Zu den drei Schwänen“ fanden wir dank ihrer
Hilfe ein Bett. Das Hotel mit Gaststätte wirkt wie aus einer anderen Zeit. Die
Gaststube mit dem Kachelofen und der Holzvertäfelung wirkt wunderbar
altmodisch. Das „Schlafzimmer“ erinnert mit seinem DDR Mobiliar an Vergangenes.
Das Bad ist auf neuem Stand und eine heiße Dusche entschädigt für ganz viel.
Tagesstrecke 65,82 km, Fahrzeit 4:34, Gesamtzeit 7:36
(die Differenz war Pause) unser Schnitt betrug 8,6 km/h.
Ganz ordentlich aßen wir im Café Riedel. Die Bedienung
erklärte uns, dass wir im zeitältesten Café Deutschlands eine Rinderroulade,
mit Rotkraut und Knödel serviert bekommen hatten.
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