Dachau wirkt nicht so, als müsste es wegen seiner
unrühmlichen Vergangenheit ein schlechtes Gewissen haben. Ein ordentliches
Altstädtchen mit frisch gemachten Häusern dominiert das Zentrum. Die jungen
Frauen in der gemütlich renovierten Gaststätte am Marktplatz wirkten aufgeräumt
und ganz in der Zeit. Wir aßen bodenständig: Leni ihr viertes „Wiener
Schnitzel“ und ich „Matjes nach Hausfrauenart.“ Kann man da etwas falsch
machen?
Das Jugendgästehaus des DJH-Werkes verschloss sich
nicht der Erinnerung und des Gedenkens. Ein Plakat verwies auf einen ehemaligen
Häftling, der nach seiner Befreiung in Dachau heimisch geworden war. Leni und
ich waren ratlos, wie man zu einer solchen Entscheidung kommen kann.
Aus Dachau raus ging es an der Amper entlang. Einem
Flüsschen, welches wir kaum vom Namen her kannten. Wir mussten es aber bald
verlassen. Durch Feld, Wald und Wiesen führte uns der Radwegüber Röhrmoos,
Petershausen wieder einmal nach Pfaffenhofen. Dieses Mal lag der Ort an der Ilm.
Der Ort beherbergt einen schönen Marktplatz. Aus welchem Programm sind wohl die
neuen Pflasterarbeiten, Fahrradständer und Bänke bezahlt worden? Jedenfalls
versucht die Erneuerung etwas internationalen Charme in den Ort zu bringen. Die
Torte im „Marktcafé“ war jedenfalls von guter Qualität. Günstig lag auch die
Apotheke daneben. Wir konnten ein Tape für Lenas Wade kaufen. Es wurde gleich
vor Ort aufgeklebt. Hoffentlich hilft es, ihre Muskelverhärtung in der Wade
aufzulösen.
Durch ein Hopfen- und Spargelanbaugebiet radelten wir
weiter bis Reichertshofen kurz vor Ingolstadt. Im „Posthalter“ fanden wir für
die Nacht einen Schlafplatz.
Nach 62 km und knapp 5 Stunden war das auch
wohlverdient.
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