Samstag, 31. Mai 2014

Über Landeck nach Pfaffenhofen

Nach dem Aufstehen und dem guten Frühstück ging es Richtung Landeck weiter. Auch der Teil des Innradweges folgt leider nicht direkt dem Inn. Wieder ging es bergauf und –ab und unsere Vorstellung, endlich einmal nur bergab zu fahren, erfüllte sich nicht.
Der Inn ist in diesem Teil schon zu einem stattlichen Bergbach angeschwollen. Er rauscht kräftig zu Tal. Landeck war für uns nur eine Stadt zum durch fahren. Ihre schönen Seiten blieben uns verborgen. Landschaftlich beeindruckend hat sich der Inn bei Landeck Richtung Innsbruck durch den Felsen gesägt. Ein schmales Tal mit steilen Wänden fasst ihn ein. An den Talseiten zwängen sich Autobahn, Eisenbahn, kleine Straßen und der Radweg entlang. Steigungen fordern die Oberschenkel immer wieder heraus, wo es doch eigentlich immer nur bergabgehen sollte. So zieht sich der Radweg über viele Steigungen und Abfahrten dahin, bis sich das Tal weitet und der Radweg ebener wird.

So sind wir bis zu Lenas Freundin Chantal und ihrer Familie wieder 56 km unterwegs gewesen. Der freundliche Empfang hat uns für die doch länger als geschätzte Fahrt entschädigt.

Über den Pass ist noch lange nicht über den Pass

Alles klappte wie vorausgesagt. Fahrräder am LKW abgeben, Bahnfahrt in einer „hervorragend“ ausgelasteten Bahn nach Mals, dort alles auf den Bike-Shuttle umladen und an der südlichen Staumauer abladen. Hier pfiff der Wind doch heftig und kühl. Wolken zogen über den Himmel, manche dunkel und bedrohlich manche hell und freundlich: also, so richtig schlecht sah das Wetter nicht aus.

An der östlichen Seeseite führt der Radweg Richtung Norden. Ein schöner Uferweg, der direkten an dem aus dem Wasser ragenden Kirchturm vorbeiführt. In den 30’ger Jahren wurden die Menschen aus den Dörfern um die Kirche vertrieben, ihre Häuser zerstört und der Staudammbau begonnen. Der Staudamm sollte der Energiegewinnung dienen und die Industrialisierung Italiens vorantreiben. Der Kirchturm blieb als Denkmal erhalten. Inzwischen ist die Stelle ein Wallfahrtsort für alle Touristen und die Passstraße ein Eldorado für Motorradfahrer.
Kurz nach Reschen verfehlten wir den Abzweig auf den Radweg und weil wir inzwischen straßenerprobt sind setzten wir die Reise auf der Straße fort. Wie sich bald herausstellte ein nicht gut überlegte Entscheidung. Schneegalerien wechselten sich mit Tunnel ab. Es war auch für mich die erste Fahrt durch Straßentunnel. Nach einem der Tunnel hielten wir an einer Ausweichstelle um zu beratschlagen, wie es weiter gehen sollte. Von dieser Ausweichstelle führte ein Schotterweg steil bergab. Ein Hinweisschild verwies auf den Radweg Richtung Landeck. Gleich daneben wies ein weiteres Schild darauf hin, das die von uns befahrene Stück für Radler gesperrt ist. Wir staunten nicht schlecht, denn weiter oben hatten wir kein entsprechendes Hinweisschild gesehen.
Erleichtert fuhren wir auf dem „rechten Weg“ weiter und erreichten bald den Inn an der Burgruine „Alt Finstermünz.“ Obwohl der Inn neben uns munter talwärts sprang und sprudelte, passte sich der Radweg nicht so recht an. Immer wieder schlängelte sich der Radweg teils heftig bergauf. Eine Berg- und Talfahrt die uns kräftige forderte. Landschaftlich eine schöne Tour. Wälder, Weiden und kleine Ortschaften schmiegen sich an die Hänge und darüber thronen schneebedeckte Gipfel.


Nach 42 km fanden wir auf einem Bauernhof eine Schlafstatt. Eine freundliche Bäuerin richtete das Zimmer und wir fanden schnell in den Schlaf. (leider gab es keine Internetverbindung und so musste der Blog warten…)

Meran

Nach Meran führte uns ein kurzer Weg. Gut acht Kilometer mussten gestrampelt werden,
um die Stadt zu erreichen. Vor der Auffahrt zum Reschen Pass eine vergnügliche Sache. In aller Ruhe konnten wir eine „Radtour“ durch die Innenstadt unternehmen. Wie immer teilen kleine Gassen das „Viertel“ auf. Stellenweise schlendert man unter Arkaden, die dem Vergleich mit Bologna nicht standhalten.
Die Stadt hat sich modernisiert. Ein prächtiger Platz weitet sich vor der Altstadt auf der anderen Flussseite. Er wird von einem schmucken großen Glaskubus, der das neue Thermalbad in sich birgt, fast vollständig eingefasst. Den Abschluss bildet ein „Thermal-Hotel“. Es erinnert ein wenig an Mallorcabauten, jedoch nicht so hoch, etwas holzverkleidet und den Alpen angepasst. Das ganze Ensemble ist eine Kombination von Alt und Neu welches nicht so sehr ins Gewicht fällt.
Am Bahnhof fanden wir die gesuchten Hinweise zur „maschinengestützten“ Passüberquerung. Bahnfahrt bis nach Mals, Fahrradtransport mit dem
Kleinlaster. Von dort fährt ein Bike-Shuttle bis zur südlichen Staumauer. Eine gewisse Erleichterung macht sich bei uns breit. Denn zum Pass geht es sehr lange 1500 Meter hoch. Lange haben wir überlegt, wie wir die Hürde nehmen und uns letztlich für den leichteren Weg entschieden. Wir nehmen nicht jede Qual auf uns.

Mit dieser beruhigenden Entscheidung bezogen wir unser Quartier in der Jugendherberge, schlenderten eine wenig durch die Stadt und ließen uns den Abschluss des Tages mit einem Kaiserschmarrn versüßen.

Mittwoch, 28. Mai 2014

S. Michele – Burgstall/Lana

Das Frühstücksbuffet war jedenfalls gut. Es glich das schlechte Wetter aus. Die Temperatur ließ uns zu wärmeren Sachen greifen und bald musste auch die Regenkleidung aus den Taschen geholt werden. Der Radweg geht über weite Strecken dicht an der Etsch entlang und ist gut ausgeschildert. Es kommen uns viele Radgruppen und Tourenradler entgegen. In ihren Regenkleidungen sehen sie überwiegend etwas gedrückt aus. Das Wetter bleibt getrübt.
Die Unendlichkeit des Südtiroler Obst- und Weinbaus, wird heute besonders deutlich. Erstaunlich finde ich, dass immer wieder heftiges Vogelgezwitscher zu hören ist und hin und wieder etwas im Gras davonhuscht. In Bozen machen wir Pause. Die Stadt will uns aber nicht so richtig ansprechen. Der Dom wirkt eher grau und dunkel. Selbst im Cafe fällt das Aufwärmen nicht leicht. Da ist das Radfahren schöner. Ein wenig dämpft uns auch die Höhe des nahenden Reschenpasses (1600m), der bald nach Meran beginnt. In Meran haben wir jedenfalls schon `mal ein Zimmer in der Jugendherberge gebucht.   

In Burgstall fanden wir bei einem Obstbauern einen Schlafplatz. Eine typische Frühstückspension, fast so, wie ich sie in kindlicher Erinnerung habe.

Nach 68,9 km essen wir gut gelaunt „südtiroler Küche.“ Der rote „Kalterer See“ ist ordentlich und hat nichts mehr mit dem Aldiwein meiner Jugend zu tun. Wir können ruhig zu Bett gehen.




Ala – S. Michele all‘ Adige


Es ist immer wieder schön: Frühmorgens das Gepäck aufladen, munter in den Sattel schwingen und merken, dass etwas nicht stimmt. Die Luft im hinteren Reifen hat sich fast vollständig verflüchtigt. Wie sich bei genauerem Hinsehen herausstellt aus einem kleinen Löchlein. –es dauert ½ Stunde, bis es „aufgeblasen“ weiter geht. Schnell hat uns die SS 12 wieder. Flott geht es dahin. Die Etsch ist unsere ständige Begleiterin ebenso wie der fließende Verkehr. Weinberge lockern die Landschaft auf. Brunello ist z.B. ein Name, der unter Weinkennern –Ehrfurcht auslöst.
Eine dichte Wolkendecke senkt die Temperatur auf ein radelfreundliches Niveau. Schade ist, dass bei dieser Wetterlage oft auch Regen entsteht. So holen wir zum ersten Mal unsere Regenkleidung aus den Packtaschen. Nicht nur der Regen ist störend auch der Gegenwind, der teilweise heftig bläst. Er drückt unseren Fahrtschnitt um gut 3 km/h.


Nach vielen Kilometern ist mir das Fahren auf der Bundesstraße zu nervig. Besonders als die Straße zweispurig wird und das Tempo der Autos zunimmt. An der nächsten Möglichkeit steuere ich den Abzweig zum Etschradweg an.
Das Etschtal ist beeindruckend. Es ist weit, hat viel Wasser und scheint von der Sonne verwöhnt zu sein. Obstplantagen (Birnen, Äpfel) so weit das Auge reicht. Unglaublich, das eine Landschaft eine derartige Monokultur aushalten kann.
Bei der Stadtdurchquerung von Trient sind wir von der Schönheit der alten Bauten beeindruckt.
                                                

Bis zum Quartier in St. Michele wird das Wetter nicht besser. Wir sind nun schon fast drei Wochenunterwegs und fast ausschließlich auf uns angewiesen. So passt sich heute unsere Stimmung etwas dem Wetter an.

Wir haben 64,4 km geschafft. Gute Nacht.

Montag, 26. Mai 2014

Pleiten Pech und Pannen (aber Schöne Landschaft)

Heute nur was kurzes vom Handy aus gepostet.
Also wir sind jetzt in St. Michael an der Etsch. Das ist ein ganz nettes Dörfchen am Radweg. Heute war der Tag leider verregnet. Auch wenn ich mich über diese Abkühlung gefreut habe, da es die letzten tage zu heiß war. Der regen hätte nicht unbedingt sein müssen. 
Dann hätte Rüdi schon wieder einen Platten! Dies mal das Hinterrad. So starteten wir später als geplant.
Zu dem Regen kam noch heftiger Gegenwind dazu und so kamen wir anfangs nur schleppend vorran. Zum Nachmittag hin legte sich der Wind und der Regen zum Glück auch. Dann fanden wir endlich auch mal einen Wegweiser zum Radweg. So mussten wir nicht mehr die SS 12 fahren sonder konnten an der Etsch entlang gemütlich ab hohen Felswänden lang radeln.
Wir sind im erst besten Hotel angekommen, das war leider nicht sehr preiswert aber sonst hätten wir noch ein paar Kilometer fahren müssen.
Gute Nacht und morgen gibt's ausführlicheres. Fals wir in Meran ankommen :-D 


Sonntag, 25. Mai 2014

Verona - Ala



Nach dem schönen Abend in der Arena schliefen wir fast aus. Heute soll es der Etsch entgegen gehen. Die Alpenüberquerung wartet auf uns. Nach einem touristischen Fotoshooting mit Rad usw. vor der Arena fanden wir schnell den Weg aus der Stadt. Am Sonntag wird offensichtlich eine ganze Straße entlang der Etsch für den Autoverkehr gesperrt. Fußgänger, Läuferinnen, Radler, Skater tummeln sich auf ihr. So kamen wir gut voran. Den Radweg „Via Claudia…“ fanden wir erst einmal nicht und so fuhren wir wieder auf der uns vertrauten SS 12 (Alte Brennerstraße). Leni fährt die Straße gerne, ich nicht so, weil mich der laute Verkehr nervt. Wir kamen gut voran. Nach einigen Kilometern fanden wir ein Hinweisschild auf den Radweg. Endlich konnte ich in der Ruhe von Weinbergen dahinradeln. In einiger Entfernung zieht die Brenner-Hochalpenstraße vorbei.
Leider dauerte es nicht all zu lange und wir mussten schieben. In einem kleinen Ort ging es heftig bergauf. Am Scheitelpunkt ging es flach neben einem Kanal weiter. Zwei junge Frauen warnten uns aber vor einem kommenden Anstieg. Er war dann auch heftig. So schoben wir uns voran. Aus meinem Kartenmaterial geht leider nicht hervor, ob und wann Steigungen zu erwarten sind, deshalb bogen wir wieder auf die SS 12 ab.


Im schönsten Sonnenschein schafften wir das letzte Stück bis Ala. Weinberge waren unsere Begleiter und immer wieder schöne Blicke auf Gipfel mit Restschnee.

Verona unsere "Kulturhauptstadt"


Da unser “b & b Erika“ nur ein „b“ ist, frühstückten wir in einer kleinen Bar mit Einheimischen Zusammen. So ein Frühstück bietet ein wenig Gelegenheit Leute zu beobachten. Wie sie in das Lokal kommen, man begrüßt sich, weil man sich jeden Morgen sieht, trinkt seinen Kaffee, wechselt ein paar Worte über die Sportereignisse, legt das Geld auf den Tresen und geht zu seinem Tagesgeschäft.
Wir hatten gut ausgeschlafen und unser Tagesgeschäft bestand im Besichtigen der Arena von Verona, dem drittgrößten noch erhaltenen Amphitheater (22.000 Menschen passen immer noch hinein obwohl viele Steine abgebrochen sind) und natürlich im Shoppen. In der Via Mazzini konnte Lena endlich ihr Geld in ein paar schicke Sachen anlegen.
Verona gefällt uns sehr gut. Der mediterane Charme ist hier bereits mit etwas Alpenländischem verbunden. Bestimmt macht das auch die Etsch aus, die sich zu dieser Jahreszeit bemüht schnell durch die Stadt zu fließen. Ihre Schmelzwasser wollen kein Unheil anrichten. Veronas kleine Gassen und die alten Gemäuer laden zum Schlendern ein. Die Natursteinmauern und überwiegend gelb-, ocker- oder erdorangenen Anstriche, werden hübsch durch Balkone verziert. Prächtige Blumenkästen laden den Blick zum Verweilen ein. Zu Recht ist die Altstadt Weltkulturerbe.

Bei der Besichtigung des Amphitheaters kamen wir am Ticketschalter für das Musical „Romeo und Julia“ vorbei. Es gab tatsächlich noch Karten. Wir griffen zu. Abends saßen wir eine Stunde vor Beginn ganz oben auf den Steinstufen und erwarteten das Festspiel. Wir hatten uns kleine Snacks, Cola und Wein mitgenommen. So wurde die Zeit bis zum Start um 21:30 nicht so lang. Unterm Sternenzelt, in einer fast 2000 Jahre alten Arena zu sitzen und einem modernen Musical zu lauschen bleibt bestimmt in guter Erinnerung. Lena hatte das Stück schon einmal gelesen und so konnte sie mir lebhaft erzählen worum es ging. Das Bühnenbild, die Kostüme und einige Stimmen waren gut. Manchmal verdarb die elektronische Verstärkung nach unserem Geschmack den schönen Gesang. Die Kombination von „auf alt getrimmten Kostümen“ und flotter, moderner Musik gefiel uns nicht immer. Es war ein schönes Erlebnis.

Freitag, 23. Mai 2014

Ebene Straßen und drückende Hitze

Durch die Verzögerung waren wir erst gegen 11:00 Uhr auf der Straße. Der Verkehr ließ vermuten, dass alle schnell zum Mittagessen wollten. Die gut befahrene Nebenstraße führte am Reno entlang. Neben uns ragte ein ca. 8 m hoher Deich auf, der den Fluss zu seinen reißenden Zeiten in seinem Bett halten soll (da können die sich von der Elbe oder Mulde 'mal 'ne Scheibe von abschneiden...). Oft bildeten die Platanen der Alleen ein schattenspendendes Dach. Die endlosen Felder hingegen flimmerten in der Hitze. Gefühlte 35°C und stehende Luft ohne ein kleines Lüftchen; wie soll man da gemütlich Fahrrad fahren. Hin und wieder unterbrechen ein Kanal oder ein Gehöft die Eintönigkeit der Landschaft. Größere Städte wie Cento oder Finale Emilia sind von mittelständischen Unternehmen eingefasst. Was dort produziert wird war für uns nur selten erkennbar.
Nach 67 km, die wir in 3 1/2 Stunden Fahrzeit und bei drückender Hitze , abstrampelten, erreichten wir Mirandola. Von hier geht es morgen weiter nach Verona

Der richtige Riecher

 Von Mirandola nach Verona sind es auf der Landstraße 72 km. Mirandola, ein verschlafenes Städtchen in der Poebene schien vor sich hin zu träumen. Der Schlaf im Hotel war entsprechend. Um 8:30 waren wir die letzten im Frühstücksraum. Alle „Fernfahrer,“ mit denen wir noch beim Abendessen zusammen saßen, waren schon auf Achse. Wir schafften den Start gegen 9:30 Uhr. Es war bedeckt und nicht mehr so drückend heiß wie gestern.

Auf der „Bundesstraße S 12“ ging es weiter in Richtung Ostiglia. Von dort wollten wir den Radweg „Via Claudia Augusta“ folgen, den wir bis Landeck nutzen möchten. Bei leichtem Seitenwind kamen wir gut voran. Die Straße ließ sich  gut befahren, weil sie über weite Strecken einen ca. 1 m breiten Randstreifen hat. Die meisten Kraftfahren machen um Radler einen leichten Bogen. Manche Lastwagenfahren hupen ein wenig, wenn sie von hinten angebraust kommen. Ich bin begeistert, wie meisterlich Lena auf dieser Straße fährt. Im Gegensatz zu mir findet sie die kürzere Verbindung zwischen zwei Städten besser als eine einsame Landstraße durch eine schöne Gegend. Sie stören nur die vielen Verkehrsopfer am Straßenrand: Bisamratten, Igel, Vögel, Katzen, Marder, deren Profil von Rädern in den Asphalt gedrückt wurde.
Auf dieser Strecke fuhren wir an Reisfeldern vorbei und ich dachte mir ein paar schöne Risottorezepte aus. Den Po überfuhren wir auf einer stählernen Brücke. Sie war so schmal, dass kaum zwei Laster nebeneinander vorbeikommen. Warten war angesagt. So gelangen mir ein paar Fotos vom Po.
Ostiglia ist eine römische Gründung und wie gesagt beginnt hier der Radweg. Leni konnte ich überzeugen, jetzt dorthin abzubiegen. Vorher sollte ein Halt an einer Kaffeebar für Entspannung sorgen. Wegen meines Banners „Rom-Berlin“ wurden wir von einer Dame angesprochen. Das Ehepaar kam aus Schleswig und war den ganzen Radweg gefahren. Wir bekamen wertvolle Tipps. Der wichtigste war jedoch, dass die Strecke ab Ostiglia erst einmal mehre km über eine tiefgefurchte Ackerpiste führt und sehr schlecht zu fahren ist. Wir beschlossen weiter die Bundesstraße zu fahren. Ade schönes „Riservato NaturalePalude di Ostiglia.“

Weiter ging es auf der S 12. 1916 hätte man bestimmt geschrieben „Im Stahlgewitter vorbeifahrender Autos wurde der Radler gehärtet.“ Durch eine schöne Mittagspause im Schatten eines Baumes und einer kalten Cola gestärkt erreichten wir nach knapp 4 Std. Verona. Hier begann wieder das Durchfragen zum Quartier. Wir fanden schließlich „Erika b & b,“ wo wir von zwei 11-jährigen Mädchen empfangen wurden. Sie gaben sich viel Mühe, uns auf Englisch zu erklären, dass wir willkommen sind und wo die Zimmer sind. Ein schöner Tag.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Eilmeldung!

Wir haben unseren ersten Platten! 
Wen hats erwischt?: Rüdis Vorderrad 
Wer war schuld?: eine Glasscherbe 
Was haben wir gemacht?: Schlauch ausgetauscht
Wie geht's weiter?: dem kaputten Schlauch ruhe gönnen und ihn heute abend flicken.
Zieht uns das runter?: Nein!
Auf geht's in die Po-Ebene.
Bis heute Abend.

eine Zugfahrt die ist lustig...

 Da Rüdi ein wenig erkältet ist und nicht gerne richtig krank werden will,  fuhren wir mit dem Zug von Florenz nach Bologna. Der Zug fuhr durch viele Tunnel und das auch längere Zeit. Da war Lena froh, dass sie die 980 Höhenmeter unterfahren konnte. Ihr reichen die Alpen, die nach Verona anfangen schon aus, um ihr die Knie schlottern zu lassen.
In Bologna angekommen fanden wir schnell unser Hotel. Von dort fuhren wir mit dem Bus in Bolognas Altstadt. Wir besichtigten ein paar Kirchen aber hatten schnell genug, da wir in letzter Zeit so viele Kirchen angeschaut hatten. Trotzdem war eine lebensgroße, realistische Terrakotta - Gruppe in der Kirche "Santa Maria della Vita" von beeindruckender Schönheit.
Schön sind die vielen Arkaden. Sie spenden Schatten und geben der Stadt ein wichtiges Aussehen. Richtet sich der Blick nach oben, entdeckt man florale Muster und Ornamentik an den Kreuzgewölben. Ein hübscher Anblick. Auch die vielen kleinen Gassen lassen den Blick an Erkern, Putten und ockergelber Farbe verweilen.
Beim schlendern durch die Gassen fallen viele junge Leute auf. Touristen sind nur wenige unterwegs, das entspannt im Vergleich zu Florenz das Gedränge.
Den Palast des Archiginnasio musste sich Rüdiger unbedingt ansehen. Es ist der erste feste Sitz der Universität von Bologna und wurde 1563 erbaut. Teile des Gebäudes werden immer noch zum Studieren genutzt. Beeindruckend ist das anatomische Theater. Vollständig mit Holz verkleidet richt es ein wenig nach Sauna. Viel bedeutsamer sind jedoch die vielen Holzgeschnitzten Statuen berühmter Ärzte des Altertums und die Darstellung Apollos im Kreise der Sternbilder. Die schöne Ausstattung des Saales viel damals keiner Kosten -Leistungs - Rechnung zum Opfer.

Wir schlendern durch die Stadt, betrachteten die teuren Auslagen der Butiken und mussten in einem Café Pause machen.
Bei einem Friseurladen, der Haareschneiden für 10 € anbot, überlegte Lena lange, ob sie sich endlich ihre langen Haare kürzen lassen sollte. Rüdiger musste voranschreiten. Viele Mitarbeiter/innen stammten aus Asien, also ein ganz typischer italienischer Friseur. Es war ziemlich kompliziert den italienischen Friseuren zu erklären, wie man die Haare haben möchte. Aber nun habe ich eine neue Tochter.
Abends aßen wir super leckere Salat, Tortellini und Pecorino in einer Trattoria. Leider mussten wir lange auf den Bus warten und so musste der Blog warten.

Dienstag, 20. Mai 2014

Heute haben wir mal ausnahmsweise Ausgeschlafen.
Unser Frühstück holten wir uns in einem kleinen Café, Kaffee und ein Croissant. Dann schlenderten wir durch die Stadt. Erst in eine große Markthalle. Dort gab es verschiedenste Stände; Obst, Gemüse, Süßes, Käse und Fleisch. Auf einer zweiten Etage gab es kleine Restaurants. Auf dem Bild sind Lenas "Lieblingsspeisen = Innereien" zu sehen. Einiges gibt es bei uns nicht derartig öffentlich zu kaufen.
Nur schlenderten wir weiter durch die Stadt am Wasser entlang. Geschäfte mit wunderschönen aber auch sehr teuren Schuhen lösten sich mit Damenmodenläden bester Qualität ab. Lena war sehr traurig, dass die Schuhe so teuer sind und das sie somit den Geldrahmen sprengen.
Wir gingen bis hoch auf einen Aussichtspunkt von dem man die ganze Stadt überblicken konnte.
Das flanieren durch Florenz hat Charm und man kann viele interessante Häuser und Geschäfte entdecken. Auch der Dom und die vielen Kirchen die Florenz zu bieten hat haben ihren ganz eigenen Charm und machen den Aufenthalt in Florenz besonders interessant.
Nach dem Spaziergang war Rüdi so k.o. das er sich erstmal im Hostel hinlegen musste.
Abends aßen wir in dem Restaurant in dem wir auch gestern schon waren. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Die Atmosphäre ist nett und das Essen vielfältig und ok. Zwar sind die Bedienungen etwas gewöhnungsbedürftig und skurril, aber das ist auch amüsant. (Trattoria Nerone;Via Faenza, 95/r)
Nun packen wir schon mal unsere Sachen und dann geht es morgen auf nach Bologna.

Montag, 19. Mai 2014

Florenz - Erste Eindrücke

Wir fuhren Heute morgen gemütlich los, denn von unserem Quartier aus waren es nur noch 14 km bis nach Florenz. zur Mittagszeit kamen wir dort an und suchten unser Hostel das mitten im Zentrum von Florenz liegt. Es ist klein aber ganz ok.
Wir zogen uns um und dann erkundeten wir ein bisschen die Stadt. Wir erkundigten uns nach Eintrittspreisen und können uns nun überlegen was wir uns Morgen alles anschauen wollen. Da alles hier sehr Teuer ist wird es nicht all zu viel sein. Mal schauen wo nach uns morgen so der Sinn steht. Lieber Kirchen oder doch Museen. Florenz ist eine schöne Stadt mit vielen alten Gebäuden und süßen Gässchen.
Abends aßen wir lecke Lasagne und Penne mit Pesto zum Nachtisch Tiramisu.
Da wir sehr müde sind und Rüdi schon neben mir schläft wünsche ich eine Gute Nacht und morgen gibt es dann einen detaillierteren Tagesbericht. 

In der Toskana

Nach dem wir die Nacht auf unserer Baustelle gut verbracht und uns die rumänischen Bauarbeiter am Sonntag wieder pünktlich um 7:30 aus dem Bett geholt hatten, setzten wir unseren Weg Richtung Florenz durch die Toskana fort. Schnell kamen wir aus der Stadt auf die „Landstraße 222.“ Sie führt direkt durch das Weinbaugebiet in dem der Chianti gekeltert wird.

Eine Hügellandschaft, deren Erhebungen bis 890 m reichen. Uns reichten 500 Höhenmeter, die an diesem Tag mehrfach aus ca. 280 m erklommen werden wollten. Die Anstrengung trübte leider manchmal den Blick auf die grünen Weinberge und sehr alten Olivenhaine. Schön sind auch die Zypressen, die das Landschaftsbild malerisch prägen. Auf manchem Hügel wacht  scheinbar immer noch ein Bur über kleine Weiler, die sich an die Hänge schmiegen. Prachtvolle Landhäuser (oder Weingüter) zeugen vom teilweise hohen Niveau des Lebens.
Glücklich kamen wir nach 7 Std. im b&b an. Ein schönes altes Landhaus war liebevoll für Touristen ausgebaut und mit alten und neuen Möbeln gemütlich eingerichtet worden. Vor unserem Fenster erstreckte sich ein gut bestellter Olivenhain und der Blick schweifte über die Hügel der Toskana. Ein schöner Abschluss des Tages.

Samstag, 17. Mai 2014

Autorallye in Siena

Trotz "freiem" Tag in Siena konnte man nicht Ausschlafen da um Acht Uhr die Bauarbeiter mit der Sanierung des Hostels begannen. Das Frühstück war einfach.
Wir fuhren mit dem Bus in die Altstadt und schlenderten durch alte schöne Gassen. Am Piazza del Campo, der das Zentrum Sienas bildet, gab es viele Cafes. Von der Piazza gingen wir zum Dom von Siena. Dieser ist sehr beeindruckend, da er aus weißem und schwarzem Marmor gebaut wurde. Auch von innen ist der künstlerisch wundervoll gestaltet.
Aber eins der schönsten Ereignisse war die Mille Miglia. Das ist ein Oldtimer rennen, das schon seit 1927 Jährlich statt findet und unter anderem auch durch Siena führt. Es war ein tolles Spektakel mit sehr vielen schönen Autos. 
Abends konnte Rüdi dem "Hostel-Vater" überzeugen ihn das DFB-Pokal Finale schauen zu lassen.
Siena ist ein wundervolles Städtchen und wir sind froh es besucht zu haben.
Morgen geht es weiter bis kurz vor Florenz.
Gute Nacht.

Freitag, 16. Mai 2014

Schönes Rauf und Runter

Die Übernachtung in dem kleinen ökologisch betriebenen Wellnessresort ist uns gut bekommen. Das Wetter konnte sich nicht entscheiden, blieb zwischen leichtem Sonnenschein und bedeckt. Zum Radeln eigentlich gut. Rüdiger hat aber immer Schwierigkeiten die richtige Kleidung zu finden: mal ist ihm zu warm, mal zu kalt. 
Die Toskana bietet einen schönen Wechseln zwischen Wald, Feld und Wiese. Vögel zwitschern, manchmal huschen kleine Eidechsen über die Straße. Ein Eichelhäher beäugt uns und wünscht eine gute Fahrt.
Streckenweise rasen wir 2 - 3 km bergab. Tempo 42 km/h ist schnell erreicht. Lena ist nicht einzuholen. Leider müssen wir auf der anderen Seite oft wieder hochschnaufen.
Es gibt hier "kleine asoziale Männchen", die an der Straße leben. Wenn wir ankommen, bauen sie die Straßenkurve so um, dass wir denken, nach der Kurve geht es eben weiter. Aber da stehen sie dann schon wieder, feixen vor sich hin, weil doch wieder ein Anstieg kommt. Inzwischen kennen Wir verschieden "Männchen". "Die sanften, die kleinen Dicken und die großen Dicken." 'Mal sehen, welche "Männchen" noch so auf der Tour zu sehen sind.
Jedenfalls sind wir nach 58 km und 5 1/2 Stunden in Siena angekommen. Ehe wir ins Quartier kamen, mussten wie die Stadt halb umrunden und noch einmal kräftig hinaufradeln. Jetzt sind wir im Hostel der Stadt. Viele junge Menschen, einfache Zimmer und Gemeinschaftsbad.
Wir bleiben zwei Nächte und werden morgen Siena besichtigen.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Es fing gut an...

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel entschlossen wir uns für eine gemütliche Stadtbesichtigung der Altstadt. Sie ist durch eine Mauer, die wie die Spandauer Zitadelle gemauert ist, umschlossen. Bereits am gestrigen Abend fing uns der Charme der kleinen Gassen und alten Häuser ein. Bemerkenswert sind die kleinen, tief in die Häuser reichenden Läden. Sie bieten wunderschöne Schuhe und teilweise exklusive italienische Mode an. Lena erfreute sich an den schönen Sachen. Entlang der äußeren südwestlichen Stadtmauer fand der Wochenmarkt statt. Obst, Gemüse, der typische Schweinebraten und viel „Klamotten“ wurden angeboten.
Wir versorgten uns in einem „coop“ mit allem Wichtigen für die nächsten zwei Tage, weil schlecht einschätzbar war, wo wir noch Lebensmittel und Trinken bekommen würden.
Gegen Mittag schwangen wir uns dann auf die Räder. Der Weg aus Grosseto war gut zu finden. Wir rollten mit dem Verkehr mit. Fast alle Kraftfahren sind rücksichtsvoll. Wir kommen gut voran. Leider kommt der Wind wieder von rechts vorn. Sobald wir auf die Straße nach Roccastrada abbogen, nahm der Verkehr merklich ab. Jetzt fuhren wir richtig in die Toskana ein. Hügel, auf denen kleine Dörfer standen prägten das Bild ebenso wie Olivenhaine, lichte Wälder, Äcker und Wiesen. An der Straße spendete eine Kiefernart Schatten. Unter Olivenbäumen machten wir unser Picknick.
Als wir weiterfuhren erkannten wir in der Ferne ein Städtchen auf einem Berg. Dort mussten wir hin. Hinter der nächsten Kurve lauerte der Anstieg. Es ging stetig bergauf. Mehr als 8 – 12 km/h waren nicht drin. Kurve um Kurve schlängelte sich die Straße empor. Wir strampelten tapfer.
An einem Abzweig, der uns einen schönen Blick fast bis Grosseto gewährte, wurden 5 km bis zum Städtchen angezeigt. All zu weit ist es nicht mehr. Ein Fruchtriegel und Wasser sollten uns helfen. Es half nur bedingt. Die Straße führte in vielen Serpentinen den letzten Teil empor. Wir pausieren öfter und schoben die letzten vielen Meter. Leni hielt sehr tapfer durch. Die Anstrengung verhagelte die Blicke, die das alte Städtchen bot, unser Quartier lockte auch zu sehr.
Im „La Melosa Resort“ wurden wir erwartet. Es liegt wunderschön abseits der Straße. Ein altes Gebäude, stilvoll hergerichtet. Für den Swimmingpool sind wir zu müde. Duschen und langmachen ist angesagt. Da die Küche geschlossen ist, werden wir unsere Tagesverpflegung anknabbern, denn wir haben keine Lust, wieder 3 km nach Roccastrada zu radeln.

Bis morgen !

Schöner Weg am Meer

Der Tag begann gut. In der Nacht hatte es geregnet und gestürmt und wir hatten schon Angst, dass wir am nächsten Tag im Regen fahren müssten. Als wir am morgen die Fensterläden öffneten strahlte uns die Sonne entgegen. Kaum eine Wolke am Himmel. Wir freuten uns auf den Tag.
Frühstück aßen wir an einer Tankstelle an der Autostraße Via Aurelia. Hier trafen sich alle Männer des Dorfes zum Kaffee am Morgen. 
Dann ging es los: ein kleines Stück noch auf der Via Aurelia und dann auf eine kleine Nebenstraße, fast am Meer entlang. Wir hielten an einem Supermarkt uns holten uns Snaks für unsere Pause. Wir strampelten weiter, der Seitenwind verwandelte sich leider schnell in  Gegenwind was das Fahren erschwerte. Auf der Straße kam uns eine kleine freundliche alte Dame entgegen, die wir nach dem weg fragten. Mit Händen uns Füßen erklärte sie uns schauspielreif wie wir nach Ansedónia radeln müssten. Auch sie warnte uns davor, dass es da Berg auf geht und wir strampeln müssen.
In einem kleinen Dorf machten wir noch mal halt und fragten ob wir immer noch den richtigen Weg fuhren. So fuhren wir weiter, durch eine wunderschöne Landschaft mit Olivenbäumen und vielen Geckos die unseren Weg kreuzten. 
Dann sahen wir was die Frau mit viel strampeln meinte. Ansedónia liegt auf einem Berg ca. 249 über dem Meer und den mussten wir hoch. Wir schnauftem ganz schön und machten immer wieder pausen um zu Atem zu kommen. Rüdi schaffte die Strecke ohne Schieben (Lena schob auch nur das aller letzte Stück).
Oben angekommen ging es gleich wieder Berg ab. Wir trafen zwei deutsche Radfahrer, welche von München nach Sizilien fuhren. Wir tauschten uns ein bisschen aus über die Streckenverhältnisse, dann fuhren wir weiter.
Berg ab war nicht schwer. Unten angekommen begann wieder dieser nervige Gegenwind. Wir fuhren ein Stück durch ein Naturschutzgebiet, bogen nach Orbetello und von dort auf die Insel Monte Argentário. Die Straße führte uns am Meer entlang.
Nach einer stärkenden Pause mit Meerblick fuhren wir wieder aufs Festland nach Albínia. Dort stiegen wir, als Belohnung für die gestrige Schufterei auf dem Feldweg in den Zug nach Grosseto. 

Dienstag, 13. Mai 2014

Horrorstraße

Eigentlich fing alles gut an. Nach eine kleinen Frühstück in der Bar um die Ecke fanden wir den Weg recht schnell. Wir mussten einen Weg weit neben der Via Aurelia fahren, weil diese zur Autostrada ausgebaut ist. Durch eine hügelige Landschaft führte uns der Weg von Tarquinia weg. Auf kleinen Nebenstraßen ging es durch eine von Landwirtschaft geprägte Gegend. Artischocken, Getreidefelder, deren Farbe durch den blühenden Klatschmohn belebt wurden scheinen ein lohender Anbau zu sein. Eine ruhige Gegend. Selbst Rinder und Schafe sahen uns ruhig zu.
Eine etruskische Burg und die römische Ausgrabungsstätte Vulci passierten wir. An einem Aquädukt rasten wir vorbei, weil es wunderbar bergab ging. Und dann kam es.
Die geplante Straße erwies sich als Feldweg. Riesige Traktorenreifen hatte teilweise sehrt tiefe Spuren hinterlassen. Ohne Rücksicht auf die Stärke unserer Beinmuskulatur nahm der Weg auf Steigungen keine Rücksicht. Die echte Herausforderung waren aber kleine Rinnsale und Bäche die den Weg kreuzten. Leni möchte solche Wege nie wieder radeln, "der Horror"!! Schade, dass man sich so sehr auf den Weg und nicht auf die schöne Landschaft konzentrieren muss.
Nun sind wir im Hotel bei Ansedonia und haben beim Essen eine neue Route ausgeschaut, damit uns nur noch zarter Asphalt unter den Hintern kommt.
Gute Nacht

Montag, 12. Mai 2014

Die ersten 56 km

Die ersten Kilometer ohne Panne geschafft! Dafür haben wir schön am Strand gelegen und Leni hat im Mittelmeer angebadet.
Von Ladispoli ging es auf der "Bundestraße 1" in Richtung Chitavecchia. Die Straße hat fast durchgehend einen ca. 1m breiten Randstreifen, auf dem es sich ganz gut fahren lässt. Die Autofahrer waren rücksichtsvoll, so dass wir unter der mediteranen Sonne ruhig dahin radeln konnten. Es waren viele Rennradfahrer unterwegs, die uns aufmunternd grüßten. Die Straße verläuft teilweise nur wenige Meter neben dem Meer. So mischt sich die Meeresbriese mit dem vielen Gerüchen der Wiesen und Felder. Teilweise ist der Weizen schon geerntet. Der rote Klatschmohn, blaue Ackerpflanzen und andere blühende Kräuter wiegen sich im Wind und ein schöner Kontrast zum Grau des Asphalts.
Manchmal geben Pinienhaine oder Olivenplantagen dem Blick halt. Ruinen aus der Römerzeit zeugen von der Bedeutung der Via Aurelia, die sich entlang der heutigen "B 1" schlängelte.

Chitiavecchia ist eine langgestreckte Hafenstadt. Hier tasteten wir uns vorsichtig an den richtigen Abzweig auf die Nebenstraße nach Tarquinia heran. Mit einem gewissen Instinkt fanden wir ihn und konnten nun entspannt auf eine schönen Nebenstraße fahren.
Wir haben bis zum kleinen einfachen Hotel gut durchgehalten.  In etwas mehr als drei Stunden haben wir 56 km geschafft un das bei Seitenwind, der manchmal auch fast von vorne kam.

Sonntag, 11. Mai 2014

Rom - wieder zu Fuß

Gut, dass in Rom Vieles zu Fuß erreichbar ist. Wir lieben Flohmärkte und so musste der riesengroße Trödelmarkt Porta Portese besucht werden. Es ist seit über 50 Jahren der bekannteste Flohmarkt in Rom. Es gibt von asiatischen Kleidungen, über Handy, bis hin zu alten Dingen alles. Der Markt schlängelt sich in der Nähe des Tiber zwischen modernen Häuserzeilen entlang. Einheimische und Touristen drängen sich durch die Gassen der Stände.
Um den Weg zum Forum Romanum gestärkt fortzusetzen, aßen wir in einer kleinen Pizzeria wieder typisch italienisch: Pizza direkt vom Blech. Das  war ein bisschen Schade, denn auf dem Weg lud uns eine kleine Markthalle zum Durchstreifen ein. Typische römische Lebensmittel wurden hier feil geboten. Ich konnte nicht widerstehen und kaufte von dem herrlichen geröstetem Schweinefleisch ein Stück im Brot und ein Stück extra. Es sollte uns auf dem weiteren Weg als Stärkung dienen.
Die alten Mauerreste des Forum Romanum und des Colosseos sind beeindruckend. Was die Menschen vor 2000 Jahren schon alles schönes bauten verdient Anerkennung.
Beeindruckend sind auch die Menschenmassen, die aus aller Herren (und Frauen) Länder die Sehenswürdigkeiten besuchen.
Wo ein schattiges Plätzchen zum Verweilen einlud, ruhten wir unsere Füße aus. Gespräche über die Bedeutung von Haustieren entwickeln sich dann vor dem Hintergrund antiker Bauten entspannt und tiefgreifend.
Mit der Straßenbahn ließen wir uns ins inzwischen vertraute Trastevere fahren, um in einem kleinen Bistro einen stärkenden Espresso zu trinken. Unser nächstes Ziel war der Petersplatz mit Dom.
Dem Tip unseres gestrigen Fremdenführers folgend, wollten wir den Dom nach 16:00 besichtigen. Gruppen dürfen dann nicht mehr hinein. Wir benötigten nur 10 Min. um die Pracht und Herrlichkeit des Domes zu erleben. Die Malereien und Skulpturen sowie die Größe der Kirche sind beeindruckend. Ein bisschen Andacht schlich sich ein.
Danach hatten wir genug. Leni belohnte sich den Tag mit einem typischen italienischem Eis von zartem Schmelz und köstlichem Geschmack nach Frucht und Tiramisu.
Im Quartier erfolgte die Vorbereitung für den morgigen Start und die Buchung des Quartiers.
Gute Nacht.

Samstag, 10. Mai 2014

Ein Fußmarsch durch Rom

Hey ihr lieben,
die Nacht war kurz und unruhig, um halb 9 Uhr standen wir auf und aßen ein typisch italienisches Frühstück mit Oliven und Salami. 
Gestärkt machten wir uns auf den weg in die City. Mit der Tram fuhren wir bis zur Via Arenula und stiegen dort aus, um zur Piazza Campo dei Fiori zu laufen. Dort erwartete uns, ein im Reiseführer beschriebener bunter Wochenmarkt. Einheimische und Touristen schoben sich an den farbenfrohen Ständen vorbei. Wir hatten Freude an den bunten unterschiedlich geformten Nudeln und dem frischen Obst. Nach einer kleinen Fruchtstärkung liefen wir von dort aus in Richtung Vatikan, da wir ja eine Führung gebucht hatten. Wir hatten gut Zeit. Eine Weile saßen wir noch  auf der Piazza Pia mit Blick auf den Tiber und das Castel S. Angelo. Gegen halb 12h machten wir uns durch die Menschenmassen, die mit Führungen oder einfach nur so zum Vatikan pilgerten, zum Treffpunkt auf. Wir fanden durch Rüdis gute Führung schnell den Platz von dem aus die Führung startete. Leider erfuhren wir dort, dass wegen einer Messe der Petersdom und -platz für Besucher geschlossen war. "Pech für uns."
Die Führung ging durch das Vatikanische Museum. Drei Stunden lang lauschten wir dem Guide, der uns viel über die Malerei, Statuen und insbesondere das Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle erzählte.
Das Museum war wahnsinnig voll, aber das Ballungszentrum lag in der Sixtinischen Kapelle. Auch wenn die Malerei sehr schön war, atmeten wir auf als wir endlich draußen waren.
Nach der Führung gingen wir erstmal was essen, lecker Spaghetti. Da wir neugierig waren, warum genau der Papst eine Messe zelebrierte, schlichen wir uns an den Absperrungen und der Polizei vorbei. An der dritten uns letzten Absperrung scheiterten wir. So mussten wir ohne empfangenen Segen davon ziehen. 
An der Spanischen Treppe kaufte sich Lena eine teure Tasche, um der Enttäuschung zu entgehen. ;-)
Um uns Glück für die Reise zu holen, machten wir uns auf den Weg zum Trevi- Brunnen. Er war wie alle anderen Sehenswürdigkeiten dich von Touristen aus aller Welt umlagert. 
Von dort aus war es nicht mehr weit zur Tram. Glücklicher Weise war es die Endstation. So konnten wir uns erschöpft auf die Sitze fallen lassen und gen Quartier fahren.
Bis Morgen <3

Freitag, 9. Mai 2014

Ankunft in Rom

So Ihr Lieben, wir sind in Rom.
Der Tag fing gut an. Vor der Zeit stand das Großraumtaxi vor der Tür um unsere verpackten Räder, unser Gepäck und uns zum Flughafen Schönefeld (alt) zu bringen. Wir waren viel zu früh dort. Alles ging gut. Auf dem Flughafen Fiumicino in Rom mussten wir unser Gepäck und die großen Radkartons suchen. Alles kam gut an. In aller Ruhe bauten wir die Räder zusammen, luden das Gepäck auf und strebten dem Ausgang entgegen.
Sommerliches Wetter und viel Leute um nach dem Weg zu fragen empfingen uns. Nach der dritten Auskunft hatten wir die richtige Wegbeschreibung und viele warnende Worte wegen des gefährlichen Verkehrs. Wir stürzten uns in den Verkehr. Locker und leicht radelten wir auf der Landstraße Rom entgegen. Rechts neben  uns verbarg sich der Tiber hinter einem großen Damm.
Als wir wieder einmal etwas ratlos über den richtigen Weg waren und nachfragten, wurde uns abermals die Bahn empfohlen. Der Preis von 1,50 € incl. Rad bis fast zu unserem Quartier, war dann doch überzeugend. Die Zeit die wird dadurch sparten verbrachten wir dann mit der Suche nach dem Quartier. Viele ratlose Gesichter blickten in unsere Karten. Drei Befragte ergaben vier Meinungen. Letztlich gab uns ein UPS-Bote den richtigen Hinweis.
Im Quartier wurden wir freundlich empfangen. Die junge Wirtin erklärte uns in einem atemberaubend schnellen Englisch alles was wir wissen müssen. Jedoch wissen wir immer noch nicht Alles ;-).
Leni fiel gleich ins Bett und schlief zwei Stunde. Ich schaffte nur eine.
Gegen Abend fuhren wir eine Station nach Trastevere, einem pittoresken Stadtteil. Eine erste italienische Pizza brachte uns wieder in Schwung. Die abendliche Stadtbesichtigung machte uns Freude auf mehr.
Wir sind froh, dass alles so gut geklappt hat. 
Gute Nacht. <3