Es ist immer wieder schön: Frühmorgens das Gepäck
aufladen, munter in den Sattel schwingen und merken, dass etwas nicht stimmt.
Die Luft im hinteren Reifen hat sich fast vollständig verflüchtigt. Wie sich
bei genauerem Hinsehen herausstellt aus einem kleinen Löchlein. –es dauert ½
Stunde, bis es „aufgeblasen“ weiter geht. Schnell hat uns die SS 12 wieder. Flott
geht es dahin. Die Etsch ist unsere ständige Begleiterin ebenso wie der
fließende Verkehr. Weinberge lockern die Landschaft auf. Brunello ist z.B. ein
Name, der unter Weinkennern –Ehrfurcht auslöst.
Eine dichte Wolkendecke senkt die Temperatur auf ein
radelfreundliches Niveau. Schade ist, dass bei dieser Wetterlage oft auch Regen
entsteht. So holen wir zum ersten Mal unsere Regenkleidung aus den Packtaschen.
Nicht nur der Regen ist störend auch der Gegenwind, der teilweise heftig bläst.
Er drückt unseren Fahrtschnitt um gut 3 km/h.
Nach vielen Kilometern ist mir das Fahren auf der Bundesstraße
zu nervig. Besonders als die Straße zweispurig wird und das Tempo der Autos
zunimmt. An der nächsten Möglichkeit steuere ich den Abzweig zum Etschradweg
an.
Das Etschtal ist beeindruckend. Es ist weit, hat viel
Wasser und scheint von der Sonne verwöhnt zu sein. Obstplantagen (Birnen,
Äpfel) so weit das Auge reicht. Unglaublich, das eine Landschaft eine derartige
Monokultur aushalten kann.
Bei der Stadtdurchquerung von Trient sind wir von der
Schönheit der alten Bauten beeindruckt.
Bis zum Quartier in St. Michele wird das Wetter nicht
besser. Wir sind nun schon fast drei Wochenunterwegs und fast ausschließlich auf
uns angewiesen. So passt sich heute unsere Stimmung etwas dem Wetter an.
Wir haben 64,4 km geschafft. Gute Nacht.
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