Alles klappte wie vorausgesagt. Fahrräder am LKW
abgeben, Bahnfahrt in einer „hervorragend“ ausgelasteten Bahn nach Mals, dort
alles auf den Bike-Shuttle umladen und an der südlichen Staumauer abladen. Hier
pfiff der Wind doch heftig und kühl. Wolken zogen über den Himmel, manche
dunkel und bedrohlich manche hell und freundlich: also, so richtig schlecht sah
das Wetter nicht aus.
An der östlichen Seeseite führt der Radweg Richtung
Norden. Ein schöner Uferweg, der direkten an dem aus dem Wasser ragenden
Kirchturm vorbeiführt. In den 30’ger Jahren wurden die Menschen aus den Dörfern
um die Kirche vertrieben, ihre Häuser zerstört und der Staudammbau begonnen. Der
Staudamm sollte der Energiegewinnung dienen und die Industrialisierung Italiens
vorantreiben. Der Kirchturm blieb als Denkmal erhalten. Inzwischen ist die
Stelle ein Wallfahrtsort für alle Touristen und die Passstraße ein Eldorado für
Motorradfahrer.
Kurz nach Reschen verfehlten wir den Abzweig auf den
Radweg und weil wir inzwischen straßenerprobt sind setzten wir die Reise auf
der Straße fort. Wie sich bald herausstellte ein nicht gut überlegte
Entscheidung. Schneegalerien wechselten sich mit Tunnel ab. Es war auch für
mich die erste Fahrt durch Straßentunnel. Nach einem der Tunnel hielten wir an
einer Ausweichstelle um zu beratschlagen, wie es weiter gehen sollte. Von
dieser Ausweichstelle führte ein Schotterweg steil bergab. Ein Hinweisschild
verwies auf den Radweg Richtung Landeck. Gleich daneben wies ein weiteres
Schild darauf hin, das die von uns befahrene Stück für Radler gesperrt ist. Wir
staunten nicht schlecht, denn weiter oben hatten wir kein entsprechendes
Hinweisschild gesehen.
Erleichtert fuhren wir auf dem „rechten Weg“ weiter und
erreichten bald den Inn an der Burgruine „Alt Finstermünz.“ Obwohl der Inn
neben uns munter talwärts sprang und sprudelte, passte sich der Radweg nicht so
recht an. Immer wieder schlängelte sich der Radweg teils heftig bergauf. Eine
Berg- und Talfahrt die uns kräftige forderte. Landschaftlich eine schöne Tour.
Wälder, Weiden und kleine Ortschaften schmiegen sich an die Hänge und darüber
thronen schneebedeckte Gipfel.
Nach 42 km fanden wir auf einem Bauernhof eine
Schlafstatt. Eine freundliche Bäuerin richtete das Zimmer und wir fanden
schnell in den Schlaf. (leider gab es keine Internetverbindung und so musste
der Blog warten…)
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