Samstag, 31. Mai 2014

Über den Pass ist noch lange nicht über den Pass

Alles klappte wie vorausgesagt. Fahrräder am LKW abgeben, Bahnfahrt in einer „hervorragend“ ausgelasteten Bahn nach Mals, dort alles auf den Bike-Shuttle umladen und an der südlichen Staumauer abladen. Hier pfiff der Wind doch heftig und kühl. Wolken zogen über den Himmel, manche dunkel und bedrohlich manche hell und freundlich: also, so richtig schlecht sah das Wetter nicht aus.

An der östlichen Seeseite führt der Radweg Richtung Norden. Ein schöner Uferweg, der direkten an dem aus dem Wasser ragenden Kirchturm vorbeiführt. In den 30’ger Jahren wurden die Menschen aus den Dörfern um die Kirche vertrieben, ihre Häuser zerstört und der Staudammbau begonnen. Der Staudamm sollte der Energiegewinnung dienen und die Industrialisierung Italiens vorantreiben. Der Kirchturm blieb als Denkmal erhalten. Inzwischen ist die Stelle ein Wallfahrtsort für alle Touristen und die Passstraße ein Eldorado für Motorradfahrer.
Kurz nach Reschen verfehlten wir den Abzweig auf den Radweg und weil wir inzwischen straßenerprobt sind setzten wir die Reise auf der Straße fort. Wie sich bald herausstellte ein nicht gut überlegte Entscheidung. Schneegalerien wechselten sich mit Tunnel ab. Es war auch für mich die erste Fahrt durch Straßentunnel. Nach einem der Tunnel hielten wir an einer Ausweichstelle um zu beratschlagen, wie es weiter gehen sollte. Von dieser Ausweichstelle führte ein Schotterweg steil bergab. Ein Hinweisschild verwies auf den Radweg Richtung Landeck. Gleich daneben wies ein weiteres Schild darauf hin, das die von uns befahrene Stück für Radler gesperrt ist. Wir staunten nicht schlecht, denn weiter oben hatten wir kein entsprechendes Hinweisschild gesehen.
Erleichtert fuhren wir auf dem „rechten Weg“ weiter und erreichten bald den Inn an der Burgruine „Alt Finstermünz.“ Obwohl der Inn neben uns munter talwärts sprang und sprudelte, passte sich der Radweg nicht so recht an. Immer wieder schlängelte sich der Radweg teils heftig bergauf. Eine Berg- und Talfahrt die uns kräftige forderte. Landschaftlich eine schöne Tour. Wälder, Weiden und kleine Ortschaften schmiegen sich an die Hänge und darüber thronen schneebedeckte Gipfel.


Nach 42 km fanden wir auf einem Bauernhof eine Schlafstatt. Eine freundliche Bäuerin richtete das Zimmer und wir fanden schnell in den Schlaf. (leider gab es keine Internetverbindung und so musste der Blog warten…)

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