Freitag, 23. Mai 2014

Der richtige Riecher

 Von Mirandola nach Verona sind es auf der Landstraße 72 km. Mirandola, ein verschlafenes Städtchen in der Poebene schien vor sich hin zu träumen. Der Schlaf im Hotel war entsprechend. Um 8:30 waren wir die letzten im Frühstücksraum. Alle „Fernfahrer,“ mit denen wir noch beim Abendessen zusammen saßen, waren schon auf Achse. Wir schafften den Start gegen 9:30 Uhr. Es war bedeckt und nicht mehr so drückend heiß wie gestern.

Auf der „Bundesstraße S 12“ ging es weiter in Richtung Ostiglia. Von dort wollten wir den Radweg „Via Claudia Augusta“ folgen, den wir bis Landeck nutzen möchten. Bei leichtem Seitenwind kamen wir gut voran. Die Straße ließ sich  gut befahren, weil sie über weite Strecken einen ca. 1 m breiten Randstreifen hat. Die meisten Kraftfahren machen um Radler einen leichten Bogen. Manche Lastwagenfahren hupen ein wenig, wenn sie von hinten angebraust kommen. Ich bin begeistert, wie meisterlich Lena auf dieser Straße fährt. Im Gegensatz zu mir findet sie die kürzere Verbindung zwischen zwei Städten besser als eine einsame Landstraße durch eine schöne Gegend. Sie stören nur die vielen Verkehrsopfer am Straßenrand: Bisamratten, Igel, Vögel, Katzen, Marder, deren Profil von Rädern in den Asphalt gedrückt wurde.
Auf dieser Strecke fuhren wir an Reisfeldern vorbei und ich dachte mir ein paar schöne Risottorezepte aus. Den Po überfuhren wir auf einer stählernen Brücke. Sie war so schmal, dass kaum zwei Laster nebeneinander vorbeikommen. Warten war angesagt. So gelangen mir ein paar Fotos vom Po.
Ostiglia ist eine römische Gründung und wie gesagt beginnt hier der Radweg. Leni konnte ich überzeugen, jetzt dorthin abzubiegen. Vorher sollte ein Halt an einer Kaffeebar für Entspannung sorgen. Wegen meines Banners „Rom-Berlin“ wurden wir von einer Dame angesprochen. Das Ehepaar kam aus Schleswig und war den ganzen Radweg gefahren. Wir bekamen wertvolle Tipps. Der wichtigste war jedoch, dass die Strecke ab Ostiglia erst einmal mehre km über eine tiefgefurchte Ackerpiste führt und sehr schlecht zu fahren ist. Wir beschlossen weiter die Bundesstraße zu fahren. Ade schönes „Riservato NaturalePalude di Ostiglia.“

Weiter ging es auf der S 12. 1916 hätte man bestimmt geschrieben „Im Stahlgewitter vorbeifahrender Autos wurde der Radler gehärtet.“ Durch eine schöne Mittagspause im Schatten eines Baumes und einer kalten Cola gestärkt erreichten wir nach knapp 4 Std. Verona. Hier begann wieder das Durchfragen zum Quartier. Wir fanden schließlich „Erika b & b,“ wo wir von zwei 11-jährigen Mädchen empfangen wurden. Sie gaben sich viel Mühe, uns auf Englisch zu erklären, dass wir willkommen sind und wo die Zimmer sind. Ein schöner Tag.

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